- Marken-Osterhasen kosten bis zu dreimal mehr als die Osterprodukte der Discounter-Eigenmarken
- Miniaturausführung von Hasen, Enten und Co. sprengen den Preisvergleich mit einem Aufschlag von bis zu 159 Prozent
- Osterhasen kosten im Vergleich zur Tafelschokolade mit der gleichen Menge an Kakao 50 Cent bis 1,50 Euro mehr
Mit dem nahenden Osterfest füllen sich die Regale der Supermärkte und Discounter wieder mit einer bunten Auswahl an österlichen Süßwaren. Von gefüllten Ostereiern über den klassischen Schoko-Osterhasen bis hin zu Miniaturfiguren – die verlockenden Angebote scheinen unendlich. Doch eine aktuelle Stichprobe der Verbraucherzentrale zeigt, dass die Preisunterschiede bei den beliebten Osterprodukten erheblich sind.
Ein Blick auf den Grundpreis offenbart: Osterhasen von diversen Marken kosten im Vergleich zu ähnlichen Discounter-Produkten das zwei bis Dreifache – obwohl der Unterschied an der wertgebenden Zutat Kakao maximal um drei Prozent variierte. Besonders auffällig sind die Miniaturausführungen von Hasen, Enten und Co., die mit einem Preisaufschlag von bis zu 159 Prozent den Preisvergleich sprengen. Diese psychologische Preisstrategie spielt mit der Wahrnehmung, dass kleinere Packungen günstiger wirken, obwohl der Grundpreis pro 100 g höher ist. Ein Preisvergleich ist immer anhand des Grundpreises möglich, dieser ist gesetzlich verpflichtend und bezieht sich auf ein Kilogramm oder ein Liter des Produkts.
Der Vergleich der absoluten Preise zwischen Tafelschokolade und Osterhase zeigt bei den Markenprodukten: Tafelschokolade mit dem gleichen Anteil von Kakao sind im Vergleich zu den Osterhasen einen Euro bis 1,50 Euro günstiger. Im Vergleich dazu muss für die Osterhasen der Discounter 50 Cent, bis ein Euro mehr als für die Tafelschokolade mit den gleichen Zutaten gezahlt werden.
Positiv ist hervorzuheben, dass die Osterhasen bei zwei von drei untersuchten Discountern ausschließlich Kakaobutter enthalten und auf kakaofremde Fette verzichten. Im Gegensatz dazu finden sich in den Osterprodukte großer Marken verschiedene pflanzliche Fette, wie Shea- und Palmfett. Laut EU-Richtlinie für Kakao- und Schokoladenerzeugnisse darf der Anteil an pflanzlichen Fremdfetten maximal fünf Prozent des Gesamtgewichts betragen. Kakaobutter ist maßgeblich für den zarten Schmelz von Schokolade verantwortlich und gilt als Qualitätsmerkmal.
Auch in puncto Nachhaltigkeit ergibt sich bei den Marken-Osterhasen ein gemischtes Bild, von eigens entwickelten Nachhaltigkeitsstandards bis zu Kakaobohnen, die durch Rainforest Alliance zertifiziert sind, ist alles dabei. Die Discounter-Osterhasen tragen das Faire Trade Cocoa Siegel, das nachhaltig zertifizierten Kakao mit Mengenausgleich kennzeichnet. Während unternehmenseigene Siegel häufig kritisch zu betrachten sind, bieten die Produkte mit Rainforest Alliance- oder Faire Trade-Siegel eine Alternative mit gutem Gewissen.
Mehr über Nachhaltigkeitssiegeln gibt es hier zu lesen.
VZ-RLP
gefördert vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz (MKUEM) im Rahmen der Landesinitiative